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:: WENDELSTEINHÖHLE ::

Bereits im Jahre 2005 entstand die Idee, die Schauhöhle auf dem Wendelstein durch bauliche Veränderungen und eine neue Beleuchtung aufzuwerten.
 

DIE IDEE

Kern des Gedankens der Neuausrichtung ist es, ein völlig neuartiges Konzept zu verwirklichen. Die Wendelsteinhöhle bietet dem Laien-Besucher nicht viel, es handelt sich um eine relativ schmucklose alpine Klufthöhle. Die Besonderheiten der Höhle sind erklärungsbedürftig. Da die Höhle alleine durchwandert werden kann, bietet es sich an, ein darauf abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

Kern der Idee ist es, in der Höhle vier Punkte zu schaffen, an denen sich der Besucher via interaktivem Bildschirm über vier Themen informieren kann, die das Feld "Höhle" einmal aus anderen Blickwinkeln abdecken und neue Sichtweisen eröffnen. 
Die vier Themen sind 
- Psychologie - 
- Biologie
- Geologie
- Philosophie!

Ein Fragenweg soll den Besucher empfangen und zur Höhle geleiten. Eine kleine Ausstellung in der Schleuse zur Höhle bietet zusätzliche Informationen.
Der Eingang zur Höhle - so die Überlegung, sollte als markanter Punkt gestaltet werden. Allerdings mussten von dieser Idee aus technischen Gründen (Wind- und Schneedruck) deutliche Abstriche gemacht werden.

DIE UMSETZUNG

Der Fragenweg wurde durch 5 Tafeln realisiert, die den Besucher neugierig machen sollen - und überhaupt den etwas unscheinbaren Weg zur Höhle optisch markieren.

Dann betritt der Gast den Vorraum mit einem großen Deckenfoto aus dem hinteren Teil der Höhle und erfährt, was ihn erwartet. Ein großer Höhlenplan auf der rechten Seite gibt eine Orientierung und ist auch recht hilfreich, um nach Rückkehr aus der Höhle den Weg noch einmal Revue passieren zu lassen.

An einem Automaten kann der Einritt zur Höhle (2€) nachgelöst werden, wenn er nicht schon mit dem Bahnticket bezahlt wurde. Dann geht es durch das Drehkreuz hindurch zum eigentlichen Eingang.

Durch einen künstlichen Stollen gelangt der Besucher über zahlreiche Stufen hinab auf die Höhe des eigentlichen Höhlenganges. Beid er Beleuchtung des Stollens wurde versucht, möglichst wenig Licht zu verwenden, nur die in den Handläufen eingebauten LEDs beleuchten die Stufen.

Am eigentlichen Höhlengang empfiehlt es sich, zunächst einige Schritte nach links zu ersten Stele zu gehen die ins Thema Höhle einführt. (Diese eigentlich sinnvolle Reihenfolge erkennen die meisten Besucher allerdings nicht, sicher ein Schwachpunkt des Konzeptes, aber eine andere Platzierung der Stelen war aus Platzgründen einfach nicht möglich.)

Dann besucht man am zweckmäßigsten den natürlichen Eingang. Auf einem Podest in Mitten des großen Raumes stehend genießt der Besucher einen beeindruckenden Blick, das Podest ist gleichzeitig Standpunkt der 2. Stele

Anschließend führt der Weg wieder zürück, am Fuß der Treppe wieder vorbei, über den Raum Geologie (3,. Stele) bis in den hintersten Teil der Höhle und endet im so genannten Dom (4. Stele).

Der gesamte Besucherweg in der Höhle beträgt 170m.

INNOVATIVES BELEUCHTUNGSKONZEPT

Viel Energie wurde von Anfang an auf die Technik der Beleuchtung verwendet. Während der Planungszeit reifte, so kann man sagen, die LED-Technik zur Anwendungsfähigkeit heran. Erste Referenzprojekte, die besichtigt wurden, waren noch nicht befriedigend. Lange Zeit wurde mit eigenen Entwicklungen experimentiert und erst kurz vor der Realisierungsphase auf die Standardleuchten der Fa. Germtec zurückgegriffen.

Die Besonderheit des Beleuchtungsausbaues ist, dass eine von der Effektbeleuchtung unabhängige Wegebeleuchtung realisiert werden musste, wobei letztere aus Sicherheitsgründen durch eine Notstromversorgung auch bei Stromausfall autark bleibt. Die Höhle darf ja ohne Führer alleine durchwandert werden. 


Bodenlampe (noch vor Anbringung der Verkleidung                         Differenzierte Beleuchtung durch LEDs an der 3. Stele

So darf für den Zeitpunkt der Eröffnung zumindest die Beleuchtung sicherlich als die derzeit innovativste überhaupt bezeichnet werden.

Die LED-Technik erlaubt völlig neue Akzentuierungen. Die gesamte Beleuchtung wurde mit identischen Leuchtkörpern, bestehend aus je 2x3-Watt LEDs realisiert. 

DIE INTERAKTIVEN STELEN

Die große Besonderheit der Wendelsteinhöhle sind ohne Zweifel die interaktiven Stelen.

Die beginnt bei den ungewöhnlichen Themen. In Ihnen zeigt sich der anthropospeläologische Grundansatz des Gesamtprojektes am deutlichsten. Zusätzlich wurde ein Screendesign entwickelt, das die Forderung nach Übersichtlichkeit und leichter Bedienbarkeit gleichermaßen erfüllt. Die Information sollte nicht zu tief gehen, da realistischerweise nur mit einer Verweildauer von 4-5 min pro Stele gerechnet werden kann. In der Umsetzung wurden daher pro Stelen-Hauptthema 5 Unterthemen definiert, die verschiedene Aspekte darstellen (links Realisiertes Bild, rechts Entwurfsskizze von Hans Lehmann).

Am Thema Psychologie wird dies besonders anschaulich.

Die Unterthemen lauten:

FASZINATION: Zitate von Personen, die zum ersten Mal eine Höhle begangen haben, versuchen, authentische Eindrücke zu vermitteln -jeder kann sich fragen, ob er es ebenso empfindet.

SINNE: Unsere sechs Sinne werden in der Höhle besonders gefordert - kurze Beispiele gehen darauf ein.

ENTDECKUNG: Neuentdeckungen unbekannter Gebiete sind in Höhjlen ja noch möglich, am Beispiel der Wendelsteinhöhjle wird dies dargestellt.

SPRACHE: Das Höhlendasein des frühen Menschen hat in der Sprache Spuren hinterlassen, ein faszinierender Aspekt.

WAHRNEHMUNG: An Hand von Kinderzeichnungen wird die Wirkung der Höhle dargestellt - denn Kinder sind fantastische Beobachter und gleichzeitig Abstrahierer!

 

DER HÖHLENAUSBAU

Nicht zu unterschätzen sind im Falle der Wendelsteinhöhle die eigentlichen Ausbauarbeiten, insbesondere Installationen und Tiefbau unter Bauleiter Hans Vogt (Wendelstein GmbH)

Am 02 Nov. 2009 wurden mit den Tiefbauarbeiten durch die Fa. Schauer begonnen und fast zeitgleich die Kabelverlegung durch die Fa. Helako Lederer durchgeführt. Über 3000m Kabel und Rohre wurden verlegt! Mitte Januar 2010 war eigentlich der Rohbau fertig gestellt und die Wegebeleuchtung in Betrieb.

Die heiße Phase begann  im Mai 2010. Eine riesige Aufgabe war das Aufkiesen des Höhlenweges – ca. 13 Tonnen Kies wurden in die Höhle verbracht und unten mit Kübeln ausgetragen.

Ca.5m³ Beton  - also 11,5 Tonnen - wurden für Fundamente benötigt und händisch in die Höhle eingebracht.
 

DIE AUSFÜHRENDEN

Folgende Beteiligte und Firmen wirkten letztlich an der Realisierung mit:
Peter Hofmann (Gesamtidee und inhalte)
idee & concept Werbeagentur: Hans W. Lehmann Gesamtkommunikationskonzept, Markus Scholz: grafische Umsetzung
Fa. Logo:- Thomas Haas: Die gesamten grafischen Drucke
Fa. Schauer:- Alex Schauer: Tiefbau Fundamente Treppen und und....
Fa. Lederer und Helako:-Chris Lederer u. Armin Pitterle: Gesamte Elektroinstallation
Fa. Astner Franz:- Stahlbauarbeiten; Konstruktion der Handläufe -  Stelen – Podeste u. Geländer
Fa. Holzner:Michi:- Umbau des Skifahrerausganges in ein Infocenter.
Fa. Stumtiefdesign : -Simon Zilles Programmierung der Stelensoftware (link unten)
Wolfgang Zillig und Dirk Peinelt (Neuvermessung 3D-Modell der Höhle)
 

WEITERFÜHRENDE INFOS

Zur Wendelstein-Schauhöhle gibt es Literatur, beachten Sie bitte dazu unsere Literaturliste

Wer tiefer einsteigen will:

Links zum Projekt / zur Gastronomie / zu Projektpartnern:


Das Projekt wurde gefördert von der EU im Rahmen des Programmes:

 


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